Transalp - ein außergewöhnliches Projekt
Von Oberstdorf bis Meran, sieben Tage, zu Fuß - ein Plan, den im Sommer 2022 zum ersten Mal 13 Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit drei Lehrkräfte nicht nur verfolgt, sondern auch in die Tat umgesetzt haben. Und seitdem begibt sich jedes Jahr aufs Neue eine Gruppe Wanderbegeisterter auf dieses Abenteuer. Von den Alpenüberquerungen berichten die Schülerinnen und Schüler in eigenen Texten und lassen dabei auch authentische Einblicke in das Auf und Ab ihrer Gefühlswelt während der herausfordernden Touren zu.
TRANSALP 2022 - Start zu einem Projekt mit besonderen Herausforderungen
Von Oberstdorf bis Meran, sieben Tage, zu Fuß - ein Plan, den 13 Schülerinnen und Schüler und drei Lehrkräfte nicht nur verfolgt, sondern im Sommer 2022 auch in die Tat umgesetzt haben. Vom 14. bis 20. Juli 2022 folgten sie bei ihrer Alpenüberquerung vorwiegend der Route E5. Über die Tour und ihre Herausforderungen berichten die Schülerinnen und Schüler in eigenen Texten und lassen dabei auch authentische Einblicke in das Auf und Ab ihrer Gefühlswelt zu.
Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an „GOC – der queere Alpenverein“ für die unkomplizierte und kurzfristige Aufnahme der SchülerInnen, ebenso an die Brauerei Flötzinger für die Bereitstellung der tollen Strohhüte, die die Hitze erträglicher gemacht haben. Der Dank gilt ebenso der Firma Salewa, die den Teilnehmern ein kleines Utensilienpaket zusammengestellt hat.
Viel Spaß beim Lesen - und vielleicht bekommt der eine oder andere dabei und beim Betrachten der wunderschönen Landschaft ja Lust, sich auch für dieses Abenteuer anzumelden - die TRANSALP 2023 ist schon in Planung!
Tag eins: 14. Juli 2022
Aus dem Klassenzimmer in den Bus
knapp war's doch was muss das muss
von Oberstdorf nach Spielmannsau
das Timing passte ganz genau
statt Mathe - bestenfalls Latein -
gab's Wandern über Stock und Stein
mit 'ner großen Portion Sonnenschein.
Das erste Ziel unserer Alpenüberquerung war die Kemptner Hütte. Da wir jedoch nicht von München aus starten konnten – sonst hätten wir wohl mehr als sieben Tage gebraucht – sind wir zuerst mit dem Zug nach Oberstdorf und dann mit dem Bus weiter zum Anfang des Wanderweges gefahren. Frisch und äußerst motiviert gingen wir zur Mittagszeit los. Der Weg war wunderschön, aber auch anstrengend, insgesamt 850 Höhenmeter und 6 Kilometer Strecke.
Schon am ersten Tag wurde deutlich, dass nicht alle Mitglieder der Gruppe mit dem gleichen Tempo wanderten. Die einen kamen bereits nach zweieinhalb Stunden auf der Hütte an, während andere drei Stunden brauchten. Nachdem auch die letzten das Ziel erreicht hatten, bezogen wir unsere beiden Zimmer, aufgeteilt nach Mädels und Jungs. Duschen gab es auf dieser Hütte leider nicht, eine Katzenwäsche musste reichen. Nach einem leckeren Abendessen machten wir ein paar Dehnübungen, um am nächsten Tag wieder fit zu sein. Hundemüde von der langen Anreise und dem anstrengenden Aufstieg gingen wir schon früh ins Lager. Es folgte dennoch eine kurze Nacht, das Einschlafen in einem Raum mit sieben weiteren Personen war noch ungewohnt ...
Tag zwei: 15. Juli 2022
Von der Kemptner Hütte früh am Morgen
damit die Sonne nicht macht Sorgen
drei Stunden runter bis Holzgau
danach ein Bus wie d' "wilde Sau"
zur Materialseilbahn wurden wir kutschiert
Höhenängste gleich mitkuriert
Danach wird tapfer hochmarschiert.
Der zweite Tag begann schon früh: 6:30 Uhr Frühstück, 7:15 Uhr Abmarsch. Als wir alle mehr oder weniger pünktlich marschfertig am Treffpunkt standen, ging es los. An diesem Tag war unser Ziel die Memminger Hütte. Nach einem kurzen Aufstieg ging es erst einmal für eine längere Zeit bergab. Dabei kamen wir an einem wunderschönen Wasserfall vorbei, der trotz des kühlen Wetters zu einem kurzen Bad einlud. Die kurze Pause tat nach dem ständigen Bergabgehen gut.
Ein Highlight des Tages war sicherlich eine 110 Meter hohe Hängebrücke. Obwohl sich manche vor der enormen Höhe fürchteten, schafften es schlussendlich alle drüber. In dem kleinen Dorf Holzgau angekommen, machten wir unsere Mittagspause, bis uns ein Kleinbus abholte, um uns zu unserer nächsten Etappe zu bringen. Die Busfahrt war jedoch aufgrund vieler Schlaglöcher alles andere als entspannt.
Dann stand uns der letzte Anstieg des Tages bevor. Ausgepowert und mit der Frage im Kopf, was wir uns hier eingebrockt haben, kamen wir an der Memminger Hütte an. An diesem Tag waren wir 950 Höhenmeter bergauf und 900 bergab gestiegen. An der abnehmenden Vegetation merkte man, dass wir uns in alpiner Höhe befanden, nämlich in 2.242 m. Nichtsdestotrotz weideten hier Pferde mit ihren Fohlen auf einer Wiese vor der Hütte.
Wir "Mädels" - vier Schülerinnen und zwei Lehrerinnen - teilten uns eine kleine Hütte, abseits der großen. Noch waren wir dort alleine, aber das sollte sich später ändern. Zum Glück gab es diesmal eine Gemeinschaftsdusche, wo wir uns frisch machen konnten. Danach saßen wir alle beisammen, unterhielten uns oder spielten Schafkopf. Nach dem Essen führten wir wieder unser allabendliches Ritual des Dehnens durch. Als wir Mädchen in unsere Hütte zurückkehrten, um ins Bett zu gehen, war diese so überfüllt, dass wir wie die Sardinen in einer Dose daliegen mussten. Auch diese Nacht verlief mehr oder weniger schlaflos.