9.7.21 Zukunft braucht Visionen 2 – die Nymphenburger Schulen feiern 75. Geburtstag und nehmen Abschied von ihrer Schulleiterin

„Auf die Nymphenburger Schulen zu wechseln, war die beste Entscheidung meines bisherigen Lebens. Diese Schule hat das Potential, Menschen zu verändern, und mich hat sie verändert.“ So begann der scheidende Schülersprecher Benji Specht seine Rede anlässlich der Feier des 75-jährigen Bestehens des Nymphenburgers und des Abschiedes von Monika Florian als Schulleiterin. Vor dem Hintergrund dieses Zitats erscheint es als noch größeres Glück, dass sie in diesem Jahr in kleinem, aber feinem Rahmen überhaupt stattfinden konnte. Eine so gelobte Institution hat es nun wirklich verdient, gebührend gefeiert zu werden. Und obwohl das erhoffte große Fest wegen der Pandemie nicht möglich war, bot der von klassischer Musik, Blumen und herzlichen Worten geprägte Nachmittag einen stimmigen Ersatz, sowohl für die Festgemeinde vor Ort als auch für die Zuschauer zuhause vor dem Livestream.

Dies empfanden auch die geladenen Gäste von der SMV über die Mitglieder der Schulleitung bis hin zu den Vertretern des Elternbeirats, des Schulvereins und des Fördervereins, der ASN und natürlich derjenigen des Kultusministeriums, der Ministerialbeauftragten für die Gymnasien in Oberbayern West, Frau Grams-Loibl. Die Festredner würdigten in ihren Ansprachen zu Ehren des Jubiläums den Nymphenburger Geist, der unsere Schulen seit ihrer Gründung 1946 durch Ernst Adam prägt. Sein Credo, dass jede Unterrichtsstunde immer auch eine Erziehungsstunde ist, trägt die Arbeit der Schule heute noch. Gleichzeitig hat es die Schule immer auch als ihre Aufgabe gesehen, mit der Zeit zu gehen und ihr oft auch ein Stück voraus zu sein. Viele Herausforderungen hat sie in der Vergangenheit angenommen und erfolgreich gemeistert und tut dies heute noch. Und so verwundert es nicht, dass unsere Schulen weltoffen und bodenständig zugleich sind und ihre Schüler im Sinne von Verantwortungsbereitschaft und Toleranz dazu erziehen, sich den Verantwortungen der Gesellschaft und der Zeit zu stellen. In Bayern daheim, in der Welt zuhause – dieses Motto trifft auch auf uns zu.

Der neue Raum bot schließlich viel Platz für die Entfaltung der Schüler und natürlich auch der Ausrichtung der Schule. Die Digitalisierung war im Neubau schon eingeplant und angelegt und strahlte dann in den Rest der Schule aus. So wurden schon weit vor Corona Beamer beschafft und die Infrastruktur für die digitale Bildung unserer Schützlinge hergestellt. Das Konzept zum Unterricht in der Pandemie ist nur eines der Ergebnisse dieser Entwicklung. Kontinuierliche Innovation, die Vertiefung des internationalen Profils, ein tragfähiges Konzept zur Förderung der Medienkompetenz und natürlich die Entfaltung des Potentials jedes einzelnen Schülers und jeder einzelnen Schülerin, sowohl hinsichtlich sportlicher und musischer Begabungen als auch der intellektuellen Fähigkeiten, sind und waren Herzensprojekte, die Frau Florians Arbeit an unseren Schulen bestimmt haben. Für den nun folgenden Abschnitt wünschen wir ihr, dass ihr Ruhestand – ganz im Sinne Ernst Reinhardts – kein Stehenbleiben, sondern ein ruhiges Weitergehen in Richtung neuer Projekte sein möge.

So wie sich die Identität des Menschen nur erschließt, wenn man die Gegenwart im Licht der Vergangenheit betrachtet, so werden sich auch die Nymphenburger Schulen weiterhin als lernende Organisation begreifen, die sich den Herausforderungen der Zeit und der Geschichte stellt und dabei die Lehren aus der Vergangenheit im Blick behält. Getreu dem Motto „Tradition ist nicht die Anbetung der Asche, sondern die Weitergabe des Feuers“ nimmt die Schule das Jubiläum als Schnittstelle zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. Dieser blickt sie offen entgegen und versteht die bisherigen Erfolge als Motivation für die zukünftigen Herausforderungen.